01.04.2020

Kuriose Aufstiegsregelung 2019/2020 könnte die DSG in die A-Liga bringen

Da musste DSG Geschäftsführer Tim Abing vergangene Woche zwei Mal hinschauen als den Brief des Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (kurz FLVW) in den Händen hielt. Auf dem Schriftstück das direkt aus der FLVW Zentrale in Kamen-Kaiserau kam, wurde mitgeteilt, dass die Saison 2019/2020 aufgrund der Corona Krise nicht weiter fortgeführt werden könne und den Vereinen eine faire Auf- und Abstiegsregelung angeboten werden.

Da zum aktuellen Stand der Saison sportlich kein Aufsteiger ermittelt werden kann, weil die Rückrunde bereits begonnen hat und keine Chancengleichheit besteht, gibt es mehrere Ansätze für eine mögliche Aufstiegsregelung, für die sich die Vereine der Kreisligen A bis C sowie der Bezirksligen per Online Voting bis zum 10.04.2020 entscheiden müssen.

 

Szenario 1:

Die Saison 2019/2020 hat keine Wertung. Alle bisherigen Spiele werden mit 0:0 gewertet. Es gibt weder Auf- noch Absteiger, außer eine Mannschaft hat sich während der laufenden Saison vom Spielbetrieb abgemeldet.

Szenario 2:

Da sportlich kein Auf- und Absteiger ermittel werden konnte, entscheidet der FLVW Koeffizient über die Auf- und Abstiegsregelung. Somit wird die Mannschaft die in der FLVW 15 Jahreswertung (FLVW Koeffizient) die meisten Punkte in der jeweiligen Spielklasse hat automatisch aufsteigen.

 

Auf den ersten Blick erscheinen beide Szenarien relativ unspektakulär, da man vermeintlich davon ausgehen kann, dass allgemein für Szenario 1 abgestimmt wurde. ABER das Zwischenergebnis der Abstimmung am 01.04.2020 lag tatsächlich bei 64% Zustimmung für Szenario 2.

Eigentlich immer noch recht unspektakulär, da man aus Sicht der DSG leider in den letzten Jahre nicht sehr erfolgsverwöhnt war und so ist es auch wenig verwunderlich, dass nicht die DSG in der 15 Jahreswertung der Kreisliga B Gruppe II an oberster Stelle steht, sondern RW St. Vit mit einem komfortablen Vorsprung. Da aber bis auf GW Langenberg II und der DSG alle Vereine die aktuell in der Kreisliga B Gruppe II vertreten sind, zwischenzeitlich mindestens eine Saison höher klassig in der Kreisliga A oder in der unteren Kreisliga C gespielt haben, steht die DSG tatsächlich mit einem hauchdünnen Vorsprung auf dem 2. Platz des Rankings (480 Punkte DSG zu 466 Punkten GWL).

Der ein oder andere fragt sich jetzt vermutlich warum so ein ausführlicher Bericht wenn RW St. Vit aufsteigt? Natürlich Glückwunsch an St. Vit wenn es denn so kommen sollte, aber Interessant wird es für die DSG wenn man die beiden höheren Spielklassen mit in die Rechnung aufnimmt.

In der Bezirksliga 2 spielen mit FSC Rheda, VfB Schloss Holte, SV Avenwedde, SC Wiedenbrück II, SW Sende, Türkgücü Gütersloh, Gütersloher TV und dem TuS Friedrichsdorf aktuell 8 sowie in der Bezirksliga 7 mit RW Mastholte und Viktoria Rietberg nochmals 2 weitere Gütersloher Vereine höher klassig. Von diesen 10 Vereinen hätte es zwar aus sportlicher Sicht vermutlich mit Türkgücü,  dem GTV oder Friedrichsdorf zwei oder drei Vereine getroffen, die den bitteren Gang in die Kreisliga A Gütersloh gehen müssten, aber jetzt kommt wieder der ominöse FLVW Koeffizient ins Spiel und der besagt, dass  ALLE Gütersloher Teams in der Bezirksliga bleiben.

Jetzt kommt die Kettenreaktion in Gang: Kein Absteiger aus der Bezirksliga bedeutet, dass die Kreisliga A Gütersloh einen weiteren Aufsteiger benötigt und der wiederum aus der Kreisliga B stammt und wir erinnern uns: in der Kreisliga B Gruppe II steht die DSG an zweiter Stelle des Aufstiegsranking und würde als möglicher Aufstiegsaspirant zusammen mit Victoria Clarholz III (Kreisliga B Gruppe I) ins Rennen um den verbliebenen Platz in der A-Liga gehen.

Wir dürfen also gespannt sein wie die Rechenspiele in dieser verrückten Zeit weitergehen und drücken die Daumen, dass die Vereine weiterhin für das Szenario Nr. 2 abstimmen, denn dann dürfen wir nach 50 Jahren DSG vielleicht doch nochmals von einem Aufstieg träumen....