09.07.2019 - Jens Himmeldirk

50 Jahre Druffeler Sportgemeinschaft – Flashback

Ich sitze vor dem Fernseher und ziehe mir die Beachvolleyball- WM in Hamburg rein. Halbfinale: Deutschland gegen Norwegen vor 12.000 Zuschauern am Rothenbaum. Und sofort denke ich zurück an das letzte Wochenende mit 3 Tagen Feiern zum 50 Jährigen Jubiläum der Druffeler Sportgemeinschaft von 1969 e.V.

Mehr als ein Jahr Vorbereitung und unzählige Treffen der Leiterrunde steckte in den Knochen, um eben diese 3 Tage für die SG Druffel ähnlich unvergesslich zu machen, wie es unsere Väter vor genau 25 Jahren vorgemacht hatten. Und bereits mit dem Start am Freitagabend war klar: Der Aufwand hatte sich gelohnt! Ein Beachvolleyballfeld mit Strohballentribüne wurde vor das festlich geschmückte Zelt gebaut und zauberte bei Kaiserwetter eine unvergleichbare Atmosphäre für den Auftakt der Festlichkeiten.

Und gleich nebenan herrschte großer Trubel bei den Läufern: Trotz tropischer Temperaturen startete pünktlich um 18 Uhr der 2. Druffeler Sommer- Biathlon mit einer Laufstrecke von 3x 700 Metern und Wurf- statt Schussbahnen am Oak Lane Parkplatz. In Jeweils 5er Gruppen liefen und warfen die angehenden Biathleten um die Wette, die Meisten von Ihnen machten mindestens einmal Bekanntschaft mit der zugegeben relativ kurzen Strafrunde. Letztlich durfte ich mich selber als Titelverteidiger vom Vorjahres- Biathlon krönen und die Medaille auf dem Druffel- Beach in Empfang nehmen.

Kurz geduscht, umgezogen und keine halbe Stunde später war es voll geworden am „Oak Lane Beach“. Überall rund um die Strohballentribüne, den Zelteingang, am Bierwagen oder chillig auf den Strand- Liegestühlen mitten im Sand wurde bei Cocktails und Bier über die vergangenen 50 Jahre SG Druffel philosophiert, bis sich die Sonne so langsam hinter die Zeltwände verzog.

Und während sich die Sonne hinter das Zelt verzog, verzogen sich die Strandanbeter allmählig in Richtung Tanzfläche. DJ Ingo Lücke, der bis dahin mit lauen Sommer- Klängen eher zum Wohlfühlen und relaxen auflegte, zog eine neue Kassette aus der Buchsentasche und verzückte die Menge bis Morgens früh um weit nach 4 Uhr mit Schlager, feinsten Elektro- Beats und einfach genau dem, was die Leute hören wollten. Mario Pohlmann legte sich den ganzen Abend lang mächtig ins Zeug, um Ingos mitgereiste Arbeitskollegen aus dem Lieblings- Nachbardorf für das Beachvolleyballturnier am nächsten Tag zu akquirieren, doch letztlich überwiegte dort wohl die Angst vor den Druffeler Teams und sie bekamen keine Truppe mehr zusammen getrommelt.

Und am nächsten Tag stand fest: Die Angst war absolut berechtigt!! Insgesamt 21 bis in die Fingerspitzen motivierte Teams aus Druffel und Umgebung hatten sich für eines der Highlights dieses Wochenendes angemeldet: Das „SG Druffel 69‘ Beachvolleyballturnier 2019“! Und von Anfang an wurde am Druffel Beach bei Mega- Juni- Wetter wirklich ansehnlicher Volleyballsport geboten, den ich ehrlich gesagt vorab nicht in dieser Form erwartet hätte. Nach kurzer Neusortierung der Turnierleitung (es hatten sich zunächst sogar 24 Mannschaften angemeldet) konnte es losgehen. Auf zwei von Peter Kuhlmann im Vorfeld optimal präparierten Spielplätzen, 1x auf Sand und 1x auf Rasen direkt nebenan wurde in nunmehr 5 Gruppen um den Einzug ins Achtelfinale um jeden Punkt gefightet.

Erneut Mario Pohlmann hatte sich unterdessen als Hauptschiedsrichter am Center Court auf dem 2 Meter hohen Podest häuslich eingerichtet und pfiff sich bei Versorgung mit der ein- oder anderen Kaltschale langsam warm, während die Mannschaften sich bereits auf den Weg Richtung Viertelfinale, und später Halbfinale machten. Nebenbei hatten die Damen an der Bierbude, Vorstandsvorsitzender Thomas Trendelbernd beim Würstchenverkauf, aber auch die „Effekt“- Mädels am Kuchenstand alle Hände voll zu tun und verkauften ihre Leckereien an die hungrigen Sportler und den mitgereisten Anhang.

Wo waren wir stehen geblieben? Achja, Halbfinale Nr. 1: Druffeler Jungs gegen Team Haufen 08 mit Capitano Florian Sandbothe, seines Zeichens Torwart der Druffeler 1. Mannschaft. Leider wurden den Druffeler Jungs als letzte verbliebene Orts- Truppe die volleyballerischen Grenzen absolut aufgezeigt und trotz toller Unterstützung unterlag man letztlich verdient mit 3:15 und 6:15. Im 2. Halbfinale zeigten die Ballfummler um Kapitän Jens Rehkemper dem Team Kampfschnecken ebenfalls, wie man richtig Volleyball spielt und zogen damit ins große Finale ein.

Wir lagen super im vorher viel diskutierten Zeitplan, so dass vor dem letzten Spiel eines tollen Nachmittags die aus Rietberg angereisten Bagger Boyz noch eine kurze Jux- Einheit gegen die Mädels von ImPoSand einlegen durften und trotz des gefühlten Meterpokalgewinns dann nach ihrem Achtelfinalaus doch noch einmal jubeln durften.

Um kurz vor 18 Uhr dann das Finale: Haufen 08 gegen die Ballfummler. Und fummeln zumindest mit den Volleybällen konnten die Jungs wirklich auf beiden Seiten. In einem packenden Spiel mit fast bei jedem Ballwechsel strittigen Szenen gewann im Entscheidungssatz das Team Haufen 08 mit 15:11 und schnappte sich unter großen Jubel den großen Pokal + 50 Liter Bier gesponsert von Getränkeservice Borgmeier aus Druffel, sowie ein Geflügel- Knaup Grillpaket für 6 Personen.

Kurzer Blick hoch auf den Fernseher: Na gut, der Deutsche Julius Thole haut gerade ein Schmetter- Ass longline mit über 80 Kilometern in der Stunde den Norwegern um die Ohren. Ein bisschen besser können es die Profis also doch.

Aber wer weiß: Wenn wir so ein Turnier ab sofort jetzt jedes Jahr veranstalten, kristallisiert sich vielleicht bald ein DSG- Ballfummler heraus, der nach dem Sieg am Hamburger Rothenbaum verkünden darf, das Volleyballspielen am „Druffel- Beach“ gelernt zu haben.

Volleyball ENDE – Gala START

Fast reibungslos sollte es weitergehen. Bereits kurz nach dem Turnier bildete sich eine lange Schlange auf dem roten Teppich am Eingang zum Gala- Abend. Um kurz nach 20 Uhr durfte ich zusammen mit Tommy Adrian fast 400 Freunde des Druffeler Sportvereins im großen Festzelt begrüßen und unser doch sehr angespanntes Nervenkostüm wurde direkt mit Standing Ovation zum Band Auftakt mit Musik von Ibo, dem Star der 25 – Jahr Feier (auch in Verbindung mit 2-3 Glas Bier) etwas beruhigt.

Thomas Trendelbernd als DSG- Vorsitzender bedankte sich bei allen Beteiligten für 50 Jahre SG Druffel und eben dieses Fest über 3 Tage. Der Bürgermeister Andreas Sunder hatte die passenden Worte zum geplanten Sportheim- Neubau an genau der Stelle parat, an der die 400 Zuschauer am Gala- Abend saßen und versprach mehr oder weniger den Neubau, wenn auch noch ohne sich zeitlich festlegen zu wollen. Harry Wuttke als eines von 4 Gründungsmitgliedern auf der Bühne vermittelte fast mit Tränen in den Augen, wie schwer es damals im Jahre 1969 war, die Gründung voranzutreiben und den Verein offiziell zu benennen. Die siegreichen Volleyballer bekamen noch einmal unter großem Applaus ihre gewonnenen Preise überreicht und zu guter Letzt durfte auch die Druffeler Tanzgruppe Effekt noch ihren neuen Tanz zeigen, bevor es dann für die Mädels im Laufschritt unter den kühlen Rasensprenger und für die feiernde Menge begleitet von der Band „Plus X“ an die Theke oder eben auf die Tanzfläche ging.

Ja und auch der Zauberer zauberte noch einen aus seinem Hut: Allerdings weniger auf der Druffeler Showbühne, als mehr im Krankenhaus bei seiner hochschwangeren Frau! Kurz angemerkt: Das Kind ist die Nacht noch „geschlüpft“ und die kleine Familie wohlauf. Schwarz- weiße Glückwünsche an dieser Stelle.

Und was war noch? Achja, eine fette Party im Anschluss an das lockere Sit- In im Festzelt. Tische und Stühle wurden in Sekundenschnelle beiseite geräumt, Plus X gab sofort Vollgas und die Masse tanzte, trank und schwelgte in sportlichen Erinnerungen bis tief in die Nacht. Ex- Vorsitzender Christian Cilker verzückte mit seinen Tanzeinlagen in gewohnter Manier die eigene Frau und seine weiblichen Fans, in einer Ecke wurde mit Theken- Sprüngen das Aufnahmeritual der örtlichen Jungschützen nachgeahmt, draußen erzählte „Schwichti“ Schwichtenhövel jedem, der es hören wollte, von seinen Erfahrungen als Neu- Torwarttrainer der Druffeler Jugend und sogar Steve Illing - die Druffeler Behörden hatten ihn bereits als vermisst gemeldet - zog der Geruch von frisch gezapftem Pils- Bier an die DSG Fest- Theke.

An mehr kann ich mich selber leider nur noch lückenhaft erinnern, was besondere Highlights des Abends angeht.

Irgendwann gegen 5 Uhr morgens zog es den letzten Rest noch zum Jungschützenkönig Thorsten Junkerkalefeld an die B64, während der Großteil sich nach und nach in eigene oder fremde Betten verzog, um sich für den letzten Akt des Wochenendes am darauffolgenden Sonntag zumindest mal noch 3-4 Stunden Schlaf zu gönnen. Der Auftakt unter den Strand- Palmen am Sonntag wurde zumindest einmal kurzfristig auf 11 Uhr nach hinten verlegt, da die Stadt die für 9 Uhr angesetzten Jugendturniere aufgrund der extremen Hitze letztlich komplett absagte.

Und die Hitze sollte es tatsächlich in sich haben. Bereits bei den Vorbereitungen um 10 Uhr verbrannte man sich an der Beachbar die Füße im Sand, während Thorsten Borgmeier und seine Crew nervös nach dem am Vorabend verlorenen Schlüssel für den Bierwagen suchten. Kurz nach 11 Uhr entschied man sich für die gewaltsame Generalschlüssel- Variante der Firma FLEX, um die Bierbude zu öffnen und die bereits danach schmachtenden DSG’ler mit Tobi Kofort‘s 50 Litern Freibier bei über 35°C im Schatten vor dem Verdursten zu retten.

Nebenbei verkaufte „Effekt“ weiterhin Kaffee, Kuchen und Eis, Marvin Blomberg seine von allen vier Seiten gebratenen Würstchen und die Druffeler Landjugend ließ die Besucher für einen Euro schätzen, wie viele Bälle sich in einem von der Fa. Thiel gestellten Audi S6 befanden.

Der Hitze zu Last fiel an diesem Tag nicht nur die Fußballturniere, auch Kirsten Hansmeier konnte nicht mehr als 3 Mädels begeistern, an ihrem Outdoor- Fitness- Schnellkurs teilzunehmen und half dafür beim Kuchenverkauf.

Während die nächsten 50 Liter in Kooperation von Tobi Kofort und Bürgermeister Sunder spontan oben drauf gelegt wurden, machte ich mich gegen 15 Uhr am Sonntag nach diesem Wochenende vollkommend entkräftet mit dem Audi S6 - geile Karre - aus dem Staub und auf mein wohlverdientes Sofa. Und doch durfte noch einmal schmunzeln: Die letzte DSG- Brigade schickte irgendwann um 18 Uhr abends ein Video in die Whatsapp Gruppe mit „Gräber“ an der Gitarre bei Theising an der Theke sitzend und zusammen mit 15 weiteren Verrückten „Sie müssen nur den Nippel durch die Lasche ziehen“ laut singend. Tolle Geschichte!!

Am nächsten Tag beim Aufräumen erfuhr ich, dass diese Brigade sich nach dem Besuch bei Theising s im Dorf bei Bürgermeister Tobi Kofort und anschließend auch bei Ingo Feldmann im Nordring noch 2-3 Bier in die Leber schmieren durfte und somit ein Sahnehäubchen auf das Schwarz- Weiße Wochenende setze.

In diesem Sinne: Auf die nächsten 50 Jahre Druffeler Sportgemeinschaft!

 

Fotos vom Wochenende gibt es herunterzuladen als ZIP Datei unter:

www.sgdruffel.de/uploads/media/50_Jahre_DSG_Bilder_Freitag.zip

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